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  "Wie viele Nullen hat eine Milliarde?"
Annäherungen eines Bundeswirtschaftsministers a.D.
11.05.1999 / A. Schreiber Zerologie: Beitrag Nr. 0


Dieser Denkzettel eröffnet eine Serie von Beiträgen zur Zerologie (hier verstanden als die parawissenschaftliche Lehre von der Null), selbstredend mit Nr. 0 beginnend. Die Ursprünge der Zerologie liegen im Dunkeln. Man darf sie aber wohl mit der Tatsache in Zusammenhang bringen, dass die Zahl Null schon bald nach ihrer Erfindung für erhebliche Irritationen gesorgt hat (und dies bis heute tut).

Zu den frühesten Beobachtungen der Zerologie gehört die, dass sich im Stellenwertsystem – anders als im wirklichen Leben – führende Nullen nicht auswirken. In den Dialogen des Dichters Novalis (alias Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, 1772-1801) findet sich dazu folgende Äußerung:

Fürsten sind Nullen, – sie gelten an sich nichts, aber mit Zahlen, die sie beliebig erhöhn, neben sich, gelten sie viel.

Bezüglich der Addition hinterließ uns, mehr als zwei Jahrhunderte später, Stanislaw Jerzy Lec (1909-66) den antimathematisch-paradoxen, jedenfalls aber unfrisierten Gedanken, ...

... daß die Summe von Nullen eine gefährliche Zahl ist.

Eine Verschmelzung des Themas führender Nullen mit dem der signifikanten Endnullen gelang in dem folgenden Interview-Beitrag der HÖRZU (Heft 36, 1986, Seite 24) auf bislang unerreichte Weise:

Ein glücklicher MenschHZ: Wann haben Sie zuletzt Ihre Steuererklärung selbst gemacht?
—: Oh, das liegt lange zurück.
HZ: Könnten Sie das überhaupt noch?
—: Mit einiger Anstrengung – vielleicht. [...]
HZ: Dann wissen Sie vermutlich auch nicht, was ein Paket Brot kostet? Ein Ei?
—: Das weiß ich nicht, weil ich das ja nicht einkaufen muß. Brot um die 80 Pfennig. [...]
HZ: Wissen Sie denn, wie viele Nullen eine Milliarde hat?
—: Ach du lieber Gott! Sieben?
HZ: Nein.
—: Acht?
HZ: Nein, neun, Herr Wirtschaftsminister.