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  Ars combinatoria
"Sobald die Vernunft das Reale in Kategorien zerlegt, verführt der Spielteufel den Menschen zur Permutation."
17.08.1999 / A. Schreiber Abraham A. Moles: Kunst & Computer. Verlag DuMont Schauberg, Köln 1973


Frühe Beispiele dieser ars combinatoria findet man in der griechisch-orientalischen Antike und später in der jüdischen Kabbala. Buchstaben galten als Zeichen göttlichen Ursprungs, die mit Dingen und Wesen auf magische Weise verbunden sind. Erkenntnis des Universums schien so schon durch das bloße Zusammenstellen oder Umstellen – hebräisch: ziruph – von Lettern möglich.

Auf solche Anfänge gehen viele der formalen Sprach-Kunstgriffe und -Kunststücke zurück, die in Rhetorik und Literaturgeschichte überliefert sind. Ein berühmtes Beispiel ist das Sator-Arepo-Quadrat, in dem Anagramme (Buchstaben-Permutationen) und Palindrome (Spiegelwörter) vorkommen:


Die lateinischen Wörter lassen sich in allen Zeilen und Spalten vorwärts und rückwärts lesen; der aus ihnen gebildete Satz erscheint daher jeweils horizontal und vertikal gespiegelt. Entsprechend vieldeutig wurde er aufgefasst:

"Der Bauer (Sämann) Arepo (Eigenname) lenkt mit seiner Hand (Arbeit) den Pflug (Räder). Religiöse Deutung: Gott (Sator) beherrscht (tenet) die Schöpfung (rotas), die Werke des Menschen (opera) und die Erzeugnisse der Erde (arepo = Pflug)."


Vgl. G. R. Hocke: Manierismus in der Literatur. Sprach-Alchimie und esoterische Kombinationskunst. Rowohlt: Reinbek bei Hamburg 1959.

Ein moderner Vertreter kombinatorischen Schreibens ist Raymond Queneau: