Charles
Sanders Peirce (1839-1914) war nach seinem Studium in Harvard zunächst
als Physiker für die U.S. Coast and Geodetic Survey tätig, später
– neben vielseitigen Betätigungen auf naturwissenschaftlichen Gebieten
– als Dozent für Logik in Harvard und an der Johns Hopkins University in
Baltimore.
Peirce gehört zu den bedeutendsten Denkern Amerikas. Er gilt vor allem als Begründer des (philosophischen) Pragmatismus und der Semiotik ("Lehre von den Zeichen", sein herausragender Beitrag zur Logik).
Dass der Logik die (auch praktisch bedeutsame) Aufgabe zufällt, unsere Ideen und Begriffe zu klären, ist – auch heute noch – keine Selbstverständlichkeit. Gerne wird eingewendet, kreatives Denken würde durch logische Pedanterie geradezu verhindert. Tatsächlich verwechselt diese Kritik die Kunst der Hervorbringung von Gedanken (Heuristik, ars inveniendi) mit der Aufgabe einer ars iudicandi: Argumentationen und Begriffbildungen auf ihre Richtigkeit und Brauchbarkeit zu prüfen und zu beurteilen.
Das heuristische Missverständnis der Logik bekundet übrigens Goethe durch den Mund Mephistos in der Schülerszene des Faust ebenso herzhaft wie bissig-witzig:
Mein teurer Freund, ich rat' Euch drum
Zuerst Collegium Logicum.
Da wird der Geist Euch wohl dressiert,
In spanische Stiefeln eingeschnürt,
Daß er bedächtiger fortan
Hinschleiche die Gedankenbahn ...