So beginnt eine Kurzgeschichte, die Robert M. Coates im Magazin The New Yorker 1947 veröffentlicht hat. Das besondere Ereignis, das sich an besagtem Herbstabend unvermittelt ankündigt, ist wahrhaft außerordentlich: Eine eherne Regel das Gesetz der Großen Zahl scheint ihre Gültigkeit verloren zu haben. Plötzlich wollen alle Leute in New York gleichzeitig über dieselbe Brücke fahren, dieselbe Theatervorstellung am selben Abend besuchen, im selben Laden dasselbe kaufen ... Klar, dass da etwas nicht stimmen kann! Will Coates vielleicht der Statistik eins auswischen, die Wahrscheinlichkeitstheorie kritisch befragen? Oder führt er Gruseliges, Außerirdisches, Übersinnliches oder gar Endzeitliches im Schilde?
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Nichts von alledem. In den ersten zwei Dritteln der Geschichte fühlt
man sich vielleicht noch entfernt an Hitchcocks Film Die Vögel erinnert
(der allerdings später 1963 datiert und sich lose an eine
Skriptvorlage von Daphne Du Maurier anlehnt). Doch im letzten Drittel erwartet
uns eine kleine Überraschung: Coates hat (wem?!) einen Denkzettel verpasst
übrigens mit strenger, geradezu mathematischer Dramaturgie. Im letzten
Drittel des letzten Drittels kommt nämlich erneut eine Wende, und dann
noch einmal im allerletzten Satz der Geschichte. Erst das zugespitzte Ganze
enthüllt, welches Gesetz der Titel eigentlich meint. Mehr will ich von
diesem kleinen Meisterstück nicht verraten.
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Robert Myron Coates (1897-1973) geboren in New Haven, Connecticut. Schrieb Romane, Kurzgeschichten und Kunstkritiken. Anfang der 20er Jahre Aufenthalt in Paris, vom Kreis um Gertrude Stein beeinflusst. Ab 1929 langjähriger Kolumnist bei The New Yorker. Zu seinen bekannteren Werken gehören: The Eater of Darkness (1926), The Outlaw Years: The History of the Land Pirates of the Natchez Trace (1930), Wisteria Cottage (1948). Der Autor starb in New York City und ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. |
Foto Robert M. Coates, University of Connecticut Libraries
"Das
Gesetz" (
pdf)
Mit dieser unvollkommenen Übersetzung ins Deutsche will ich lediglich
einen ersten Zugang zu dem hierzulande fast völlig unbekannten Autor
vermitteln. Wer den (leider etwas schwer zugänglichen) Originaltext
lesen möchte, sei auf Nachdrucke verwiesen, die sich z.B. in folgenden
Sammelbänden finden:
Eine Auswahl
aus dem Werk von Robert Myron Coates
Ergebnisse einer (noch lückenhaften) Bibliotheksrecherche, nach Erscheinungsjahr
geordnet