C0092001-9 © 2001 Alfred Schreiber Updated: 2001-12-22
Erschienen in:
grkg / Humankybernetik, Bd. 42/4 (2001), 145-154.
This article deals with some general concepts and a formal model both related to the process of evaluating responses (student inputs in computer-assisted instruction). Two main results are established: 1. For any finite ordered scale of values to be assigned to student answers, theorem 1 gives a characterization of all "testing sequences" which cause the evaluation to yield correct outcomes. 2. According to this scheme, theorems 2 and 3 present, for a large class of frames ("matching problems"), a uniform algorithmic method for response judgment.
Interaktive Lehrprogramme bieten den Teilnehmern (Schülern, Adressaten) gewöhnlich Aufgaben an, deren Lösungen (Antworten) untersucht und bewertet werden. Die dabei ins Spiel kommende Antwortanalyse hat eine lokale und eine globale Funktion: Innerhalb einer Aufgabe ermöglicht sie die Steuerung des Dialogs (Ablauflogik und Kommentierung, ECKEL 1989). Im größeren Zusammenhang der Makrostruktur (FRANK 1967) können die Einzeldaten in ein Adressatenmodell einfließen und so das Unterrichtsgeschehen im Ganzen beeinflussen (vgl. etwa VASSILEVA 1990).
Antwortanalyse spielte in der "klassischen" Lehrprogrammierung noch bis Anfang der 90-er Jahre eine zentrale Rolle (ALESSI/TROLLIP 1991). Das hat sich geändert, seitdem Hypertext, Multimedia und vor allem die "konstruktivistische" Zurückdrängung von Lehrfunktionen den Marktplatz beherrschen. Dazu passt, dass Anwender von Autorensystemen oft nicht einmal die meist ohnehin spärlichen Strukturen nutzen, die darin für Zwecke der Antwortuntersuchung bereitstehen. Dabei kann die Antwortanalyse maßgeblich zur Qualität auch solcher Produkte beitragen, die neueren Ideen zur Gestaltung von "Lernumgebungen" verpflichtet sind. In SCHREIBER 1998 ist dies ausführlich dargelegt und für die praktische Entwicklungsarbeit im Detail umgesetzt.
Im folgenden soll dazu als theoretische Grundlage ein formales Modell der Antwortanalyse systematisch entwickelt werden. Zwei neue Resultate werden in diesem Rahmen vorgestellt: erstens die Charakterisierung aller Prüfsequenzen zu gegebener Bewertungsskala mit Hilfe eines "Schachtelkriteriums" (Satz 1), sowie zweitens ein einheitliches und allgemeines Verfahren für die Analyse von Zuordnungsaufgaben (Sätze 2 und 3). Damit ist dieses Aufgabenformat vom theoretischen Standpunkt aus erschöpfend behandelt.
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